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Neubau Schul- und Kirchenzentrum Neuenegg

2024-2025

Erdgeschoss

Zwischengeschoss

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

Schnitt

Schnitt

Bauherrschaft

Einwohnergemeinde Neuenegg / Kirchgemeinde Neuenegg

Zusammenarbeit

Morscher Architekten BSA SIA AG, Generalplaner
CH Baumanagement AG, Baumanagement
Moeri & Partner AG, Landschaftsarchitektur
Reinhard + Partner AG, Bauingenieur
eCon Energie + Gebäudetechnik GmbH, HLKK Ingenieur
B2 Gebäudetechnik AG, Sanitäringenieur
Fischer Engineering AG, Elektroingenieur
Weber Energie und Bauphysik, Bauphysik
holzprojekt AG, Brandschutz
Bühnenplan Nerlich AG, Bühnentechnik
BPG Kurt Bühler, Gastroplanung
Lichtbau GmbH, Lichtplanung
Grafikreich AG, Signaletik

Leistungen

Architektur Phase 41-53, Leistung 58.5%

Fotos

Damian Poffet
Märki Sahli Architekten

Daten und Fakten

Baubeginn
2024
Bezug
2025
Ausgangslage:
Das enge Zusammenspiel von Kirche, Schule, Gemeinde und Kulturschaffenden hat in der Gemeinde Neuenegg eine lange Tradition. Das in den Jahren 1973/74 errichtete Schul- und Kirchenzentrum (SKZ) als zentraler Begegnungsort wies bauliche Mängel auf und genügte den steigenden Raumbedürfnissen der Sekundarstufe I nicht mehr.
Auch die Anforderungen an die Kirche haben sich seit den 1970er-Jahren gewandelt. Stand damals der traditionelle Sonntagsgottesdienst im Zentrum, engagiert sich die Kirche heute vielfältig im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gemeinde.
Aus diesem Grund sollte das bestehende Schul- und Kirchenzentrum entweder saniert und erweitert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Das vorliegende Projekt geht auf einen selektiven Projektwettbewerb aus dem Jahr 2020 zurück, den Morscher Architekten BSA SIA AG für sich entscheiden konnten.

Neubau als Chance für bessere Vernetzung und Synergien:
Der Neubau reduziert die Grundfläche gegenüber dem Bestandsbau und schafft eine klare Zugangssituation im Bezug zur Sichtbarkeit und Erreichbarkeit sowohl von Süden als auch von Norden. Die bestehenden Freiräume werden qualitativ aufgewertet und besser miteinander vernetzt.
Das offen gestaltete Erdgeschoss nimmt alle öffentlichen Nutzungen wie Schule, Aula, Bibliothek und Kirchenzentrum auf.
Der Anbau der Kirchgemeinde auf der Ostseite der Schule orientiert sich zur Kirche hin und erhält eine eigenständige Adresse und Identität.
Mit seiner gerundeten Formensprache und dem zur Kirche hin geöffneten, geschwungenen Dach setzt er einen bewusst eigenständigen architektonischen Akzent.
Obwohl die Schule und die Kirche jeweils über separate Zugänge verfügen und somit ihre Eigenständigkeit wahren, sind beide Bereiche intern miteinander verbunden. Diese Verbindung ermöglicht eine effiziente und flexible Nutzung gemeinsamer Einrichtungen. So können Küche und sanitäre Anlagen unabhängig voneinander genutzt werden, wodurch Synergien entstehen und Abläufe für beide Nutzergruppen optimiert werden.

Schulkonzept:
Im Erdgeschoss bildet eine grosszügige, gedeckte Pausenhalle zusammen mit den Eingangsbereichen einen witterungsgeschützten Aufenthaltsort mit hoher Aufenthaltsqualität. Hier sind auch die Aula und die Bibliothek angeordnet, die als zentrale öffentliche Nutzungen das gemeinschaftliche Leben im Gebäude aufnehmen und ergänzen.
Der Schulunterricht verteilt sich über beide Obergeschosse. Die ringförmig angeordneten Klassen- und Gruppenräume sind hell und lichtdurchflutet. Grosszügige Fenster bringen viel Tageslicht in die Räume und schaffen eine freundliche, einladende Lernumgebung. Sie werden über zwei Treppenhäuser erschlossen, die zueinander versetzt angeordnet sind und die Struktur durchdringen, wodurch ein dichtes Erschliessungsnetz mit kurzen, direkten Wegen entsteht.
Zweigeschossige Lichthöfe schaffen transparente Multizonen, die ebenfalls optimal belichtet sind und flexibel für Gruppenarbeiten, individuelles Lernen oder Pausen genutzt werden können. Sie tragen wesentlich zur räumlichen Qualität des Innenraums bei und stärken das offene, kommunikative Lernumfeld.

Konstruktion:
Das Erdgeschoss ist überwiegend in Massivbauweise aus Beton konstruiert. In den Unterrichtsgeschossen wurden die Trennwände in Leichtbauweise erstellt, womit ein hohes Mass an Flexibilität erreicht wird. Lediglich der Kern, die Stützen, die Aussenwandelemente sowie die Decken sind zur Gewährleistung der Aussteifung und Erdbebensicherheit in Massivbauweise ausgeführt. Dadurch bleibt der Grundriss langfristig anpassbar und kann auf zukünftige Lernformen wie Ateliers oder offene Lernlandschaften reagieren.
Technische Installationen werden möglichst sichtbar und gut zugänglich geführt, was Wartung und Unterhalt erleichtert.

Material:
Insgesamt wurde, wo immer möglich, auf natürliche und nachhaltige Materialien zurückgegriffen. Holzoberflächen aus Fichte und Tanne prägen die Innenräume und verleihen ihnen eine warme sowie ruhige Atmosphäre. Der Einsatz unbehandelter oder ökologisch behandelter Materialien trägt wesentlich zu einem gesunden Raumklima bei und unterstreicht den ressourcenschonenden Ansatz.
Gezielt eingesetzte akustische Massnahmen mit Lamellenverkleidungen und schallabsorbierenden Elementen, optimieren die Raumakustik und erhöhen die Aufenthaltsqualität.
Die Innenwände der Unterrichtsräume sind mit unbehandelten, schallabsorbierenden Holzspan-Akustikplatten sowie mit Dreischicht-Holzplatten aus Tanne verkleidet. In der Aula setzen Holzlamellenverkleidungen aus Tanne, Holzlamellendecken und eine in den geschliffenen Hartbeton integrierte Holzintarsie Akzente.

Energie:
Die Wärmeversorgung erfolgt über die bestehende Holzschnitzelanlage im Nachbargebäude und wird über eine Fussbodenheizung verteilt. Zur Minimierung von Wärmeverlusten und zur Sicherstellung einer hohen Raumluftqualität ist das Gebäude mit einer Komfortlüftung ausgestattet. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ergänzt die Energieversorgung durch erneuerbare Quellen.
Die thermische Masse von Fassaden, Decken und Böden trägt wesentlich zur Regulierung des Raumklimas über die Jahreszeiten bei, während ein aussenliegender Sonnenschutz eine Überhitzung verhindert.