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Wohnen in der Brugera, Düdingen

Wettbewerb 2026, 2.Rang

Verfahren

Projektwettbewerb im offenen Verfahren, 2026, 2.Rang

Bauherrschaft

Roggo Beat und Roggo Marius

Zusammenarbeit

extra Landschaftsarchitekten AG
WAM Planer und Ingenieure AG
eicher+pauli Bern AG

Visualisierung

Loomn Architekturvisualisierung

Städtebau:
Auf die Gegebenheiten reagiert der Entwurf mit vier polygonal geknickten Baukörpern, die sich sorgfältig in die Hanglage einfügen und kammartig mit der Landschaft verzahnen. Durch die Staffelung der Volumen von Norden nach Süden wird sowohl auf die Topografie als auch auf den unterschiedlichen Massstab der angrenzenden Quartiere eingegangen. Im Norden orientieren sich die Gebäude an der kleinteiligen Struktur der Einfamilienhäuser, während sich die Bebauung gegen Osten öffnet und einen durchlässigen, fein artikulierten Siedlungsrand zur Landschaft ausbildet.
Die versetzte Stellung der Baukörper ermöglicht weite Blickbeziehungen und verhindert gegenseitige Beeinträchtigungen. Gleichzeitig entsteht eine klare Abfolge von Ankunftsbereich, Höfen und landschaftlichem Übergang, wodurch das neue Quartier selbstverständlich in den bestehenden Siedlungskontext eingebunden wird.

Architektonisches Konzept:
Die vier Baukörper sind als Holzbauten mit geknickter Geometrie ausgebildet. Die differenzierte Form reagiert auf die Topografie, optimiert die Orientierung der Wohnungen und verleiht der Siedlung einen eigenständigen, identitätsstiftenden Ausdruck.
Auskragende Balkone und Dachvorsprünge sowie die zurückhaltend gestaltete Attikageschosse vermitteln Leichtigkeit und schaffen eine vertraute, wohnliche Erscheinung. Die Dachprofilierung fasst die Baukörper zu klar lesbaren Volumen zusammen und stärkt den dörflichen Charakter der Bebauung.
Die Fassaden sind als vorfabrizierte Holzelementkonstruktion vorgesehen. Die Materialisierung mit einer profilierten Holzbekleidung unterstreicht den nachhaltigen Ansatz des Projekts.
Optional lassen sich Photovoltaikelemente in die Fassade integrieren und tragen zur energetischen Eigenversorgung bei.
Die Konstruktion folgt einem klaren und wirtschaftlichen Raster. Untergeschosse und Treppenhaus- kerne werden in Stahlbeton ausgeführt, während die darüber liegenden Geschosse in Holzelementbau- weise mit Brettstapeldecken konstruiert sind. Die ruhige, repetitive Struktur ermöglicht eine hohe Vorfertigung und gewährleistet eine präzise und wirtschaftliche Umsetzung.

Freiraumgestaltung:
Zwei Wohnhöfe erschliessen jeweils ein Gebäude- paar. Die platzartig ausgebildeten Höfe fördern Begegnung, gemeinschaftliche Aneignung und erweitern das Wohnen in den Freiraum. Die Gebäude werden so in die Topografie gesetzt, dass ein möglichst haushälterischer Umgang mit dem Terrain gewährleistet ist.
Der Lindenplatz bildet die Adresse der neuen Wohneinheiten. Als klar gefasster Auftakt organisiert er die Erschliessung der Gebäude mit intuitiver Orientierung und schafft zugleich eine Bühne für den angrenzenden Gemeinschaftsraum.
Der Erschliessungsweg entlang der westlichen Parzellengrenze wird von einer dichten Bepflanzung begleitet, die einen grünen Filter zur angrenzenden Wohnsiedlung bildet und gleichzeitig den Wegraum räumlich fasst.
Die Wohnhöfe werden neben den Gebäuden durch eine lockere Gehölzbepflanzung definiert. Ein markanter Hofbaum verleiht jedem Hof eine klare Identität und unterstützt die Orientierung innerhalb des Quartiers. Pflanzungen entlang der Hofränder schaffen die notwendige räumliche Abstufung zum angrenzenden Wohnen. Die Höfe fungieren als gemeinschaftliche Freiräume und bieten vielfältige Möglichkeiten für Aufenthalt, Begegnung und Spiel.
Ein zum Kulturland orientierter Spielplatz schafft einen geschützten Ort für Kinder und ergänzt das Angebot an gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereichen.
Der neu aufgelockert artikulierte Siedlungsrand wird durch eine offene, locker gesetzte Bepflanzung gestärkt. Die Durchlässigkeit der Bebauung von West nach Ost ermöglicht neben einem abgestuften Siedlungsrand auch eine gute Frischluftzufuhr in die innenliegenden Freiräume.
Sickerfähigen Belägen wird grosse Bedeutung beigemessen. Die Erschliessungswege werden in Sickerasphalt ausgeführt und Platzflächen mit angesäten Chaussierungen und Grünflächen perforiert, sodass anfallendes Oberflächenwasser vor Ort versickern kann. Flache Sickermulden in den angrenzenden Grünflächen nehmen das Dachwasser auf, halten es zurück und führen es verzögert dem Boden zu.